ADFC-Kampagne #MehrPlatzFürsRad gestartet

„Lob fürs Rad reicht nicht, es braucht radikal mehr Platz!“

 

 

Berlin, 15. April 2019
014/19

 

Nie waren Radfahrerinnen und Radfahrer so unzufrieden mit der Verkehrssituation wie heute, das Sicherheitsgefühl beim Radfahren ist bundesweit auf dem Tiefststand – und in den Großstädten sagen die meisten Menschen, man könne Kinder nicht mit gutem Gefühl allein Rad fahren lassen. Das hat der ADFC-Fahrradklima-Test 2018 gezeigt, den der Fahrradclub vergangene Woche im Bundesverkehrsministerium vorgestellt hat. Der ADFC startet deshalb im 40. Jahr seines Bestehens eine bundesweite Mitmach-Kampagne #MehrPlatzFürsRad und fordert radikal mehr Platz und Qualität für den Radverkehr.

 

Rebecca Peters, Mitglied des ADFC-Bundesvorstands, sagt: „Die Menschen in Deutschland haben das Gefühl, dass für das Rad zu wenig getan wird. Sie fühlen sich nicht sicher beim Radfahren, als Verkehrsteilnehmer nicht ernst genommen, von Falschparkern auf Radwegen behindert und durch unterdimensionierte Fahrrad-Infrastruktur ausgebremst. Deutschland braucht dringend mehr Menschen, die das Auto mal stehen lassen – aber Politik und Verwaltung tun zu wenig, um das Radfahren für alle attraktiv und alltagstauglich zu machen. Lob für das Rad allein reicht nicht, der Radverkehr braucht radikal mehr Platz im Straßenraum!“

 

Das mulmige Gefühl fährt mit

Der aktuelle ADFC-Fahrradklima-Test, eine Umfrage unter 170.000 Radfahrerinnen und Radfahrern bundesweit, hatte ergeben, dass die Menschen sich immer unsicherer beim Radfahren fühlen (Note 3,9). 74 Prozent der Befragten sagten, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein fahren lasse könne. In den Großstädten sind es sogar 85 Prozent. Grund für das Unsicherheitsgefühl sind Falschparker oder andere Hindernisse auf Radwegen, die Radfahrende dazu zwingen, in den fließenden Autoverkehr auszuweichen. Aber auch die schlechten oder zu schmalen Radwege und die fehlenden Distanz zum Autoverkehr verursachen mulmige Gefühle bei Pedalisten. 81% der Befragten wollen lieber vom Autoverkehr getrennt Radfahren – unter den Frauen sind es sogar 86 Prozent.

 

ADFC fordert #MehrPlatzFürsRad

Die völlig unterdimensionierte und schlechte Fahrrad-Infrastruktur ist nach Überzeugung des ADFC der Grund, warum der Radverkehr nicht – wie politisch gewünscht – deutlich anwächst. Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr dümpelt aktuell bei 11 Prozent, möglich und sinnvoll wären 30 Prozent, wie in den Niederlanden. Doch dafür ist es nach Auffassung des ADFC zwingend nötig, dem Radverkehr deutlich mehr Platz im Straßenraum zu verschaffen.

 

Konkret fordert der ADFC mehr Platz für

 

-       Gute, breite Radwege

-       Sichere Kreuzungen

-       Und viel mehr Fahrradparkplätze.

 

Platz selber machen – mit orange-weißem Flatterband

Leitmotiv der Mitmach-Kampagne ist das orange-weiße ADFC-Flatterband, mit dem Engagierte im ganzen Land symbolisch Platz für das Rad schaffen können: unter anderem mit einem Selfmade-Radweg, wo dringend einer hin müsste, oder einer Poolnudel-Demonstrationsfahrt, um auf den nötigen Abstand beim Überholen aufmerksam zu machen. Auch ohne viel Aufwand kann man mitmachen – beispielsweise mit einem Selbstporträt mit Flatterband auf Facebook, Instagram und Twitter unter dem Hashtag #MehrPlatzFürsRad. Peters: „Wir wollen Menschen auch außerhalb des ADFC dazu einladen, sich aktiv für sicheres und entspanntes Radfahren einzusetzen. Denn gute Radwege sind gut für alle in Deutschland!“

 

Aktionstermine sind geplant am

 

-       13. Mai             beim Nationalen Radverkehrskongress in Dresden

-       17. Mai             am internationalen „Bike to Work Day“

-       22. Mai             beim ITF International Transport Forum in Leipzig

-       02. Juni            bei den großen ADFC-Sternfahrten in Berlin und NRW

-       03. Juni            am UN-Weltfahrradtag

-       04. Juni            bei der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags in Dortmund

-       2. August         zum Jugendfahrradfestival in Hamburg und Schulbeginn

-       20. Sept.          am „Parking Day“ und Weltkindertag

-       16. Nov.           bei der ADFC-Bundeshauptversammlung in Berlin

 

 

Hinweise für Redaktionen: Unsere Kampagnenwebsite www.mehrplatzfürsrad.de wird laufend mit neuen Terminen und Aktionen gefüllt. Der ADFC-Bundesverband koordiniert die Kampagne, für Informationen zu Aktionen in einzelnen Städten oder Regionen wenden Sie sich bitte an den zuständigen ADFC-Landesverband. Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2018 finden Sie auf www.fahrradklima-test.de/karte.   

 

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 175.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

 

Der ADFC auf Twitter: @FahrradClub

Hashtags: #MehrPlatzFürsRad

 

 

Kontakt

 

Stephanie Krone

Pressesprecherin

© 2019 ADFC Grafschaft Bentheim