Die Kandidaten für die Position des Landrats Uwe Fietzek, Dr. Pannen und Henni Krabbe aber auch Thomas Berling, Andre Mülstegen und Christoph Meyer für die Position des Nordhorner Bürgermeisters sollten sich bis zum 03.05.2019 zur “Verkehrswende” in der Grafschaft Bentheim äußern.

 

 

 

Trotz der vielen Termine im Wahlkampf haben bis auf Henni Krabbe  alle Kandidaten ihre Positionen zum Radverkehr dargestellt. Vielen Dank dafür.

 

 

 

Hier noch einmal die Frage:

 

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) ist mit seinen über 170 000 Mitgliedern die weltweit größte Interessenvertretung für Radfahrer. Eine "Verkehrswende" ist nach Auffassung des ADFC unbedingt erforderlich.

 

Aus diesem Grunde fordert der ADFC auf allen Ebenen „#MEHRPLATZFÜRSRAD“ nämlich

 

·         gute, breite Radwege

 

·         sichere Kreuzungen

 

·         viel mehr Fahrradparkplätze.

 

 

 

Wie ist Ihre Position als Kandidat für ein politisches Amt zu diesem Thema und wie wollen Sie sich vor Ort in Ihrer evtl. neuen Aufgabe für eine Fahrradpolitik einsetzen, bzw. wie stellen Sie sich eine „Verkehrswende“ für Ihren künftigen Verantwortungsbereich vor.

 

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Als Bewerber um die Position des Landrats haben geantwortet:

 

 

 

Uwe Fietzek:

 

 

 

Dieser Text musste aus Gründen der Chancengleichheit von der Redaktion gekürzt werden.

 

 

 

Sehr geehrte Mitglieder des ADFC,

 

sehr geehrter Herr Werner,

 

liebe Grafschafter Fietserinnen und Fietser!

 

Vielen Dank für Ihre Anfrage, mit welcher Sie mich um meine Position zur Radverkehrspolitik des Landkreises Grafschaft Bentheim bitten.

 

 

 

Die „Fietse“ gehört zum Grafschafter einfach dazu und daher müssen wir dieses Potenzial auf zwei Rädern voll ausschöpfen. Dass es sich lohnt in die Radwegeinfrastruktur zu investieren, beweisen wissenschaftliche Studien; es fördert die Gesundheit, schont die Umwelt und ist ein echter (touristischer) Wirtschaftsfaktor.  

 

 

 

Die Grafschaft bietet schon heute ein qualitativ hochwertiges Radwegenetz.  Das Kreisstrassennetz ist rd. 275 KM lang. Davon sind 245 KM mit Radwegen ausgestattet!

 

 

 

Ich möchte das Verkehrsmittel "Rad" noch stärker fördern und die Infrastruktur optimieren. Der Kreistag hat dazu bereits für dieses Jahr Mittelerhöhungen beschlossen, die ich nur begrüßen kann. Durch die eingestellten Mittel soll ein professionelles sowie systematisches Unterhaltungsmanagement und Radwegesanierungsprogramm umgesetzt werden. Darüber hinaus hat der Landkreis ein Förderprogramm "Sanierung touristischer Radwege" aufgelegt.

 

 

 

Weitere ausgewählte Herausforderungen und Ideen sind:

 

 

 

Die Kreisstraße 19, von Georgsdorf nach Emlichheim steht auf meiner Agenda.

 

 

 

Das (niederl.) Knotenpunktsystem wurde mir als vorbildlich beschrieben. Ich möchte diese Form flächendeckend zur einfacheren Orientierung auch im Grafschafter Radwegenetz wiederfinden.

 

 

 

Mit der Reaktivierung des SPNV wird nach meiner festen Überzeugung das Rad noch einmal zusätzlich an Bedeutung gewinnen. Es bestehen gute Möglichkeiten zur Mitnahme des Rades im Zug. Für ggfls. neue Parkflächen werde ich mich einsetzen.

 

 

 

Zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat eine Verkehrskommission sich für eine Ampelanlage an der Euregiostrasse ausgesprochen. Inzwischen ist der Landkreis dabei, das Votum der Kommission umzusetzen.

 

 

 

Das Grafschafter Anfietsen oder das Fietsenfestival am Kloster Frenswegen stellen die Bedeutung des Verkehrsmittels Rad noch einmal sehr deutlich heraus. 

 

 

 

 

 

Herzlichst Ihr Uwe Fietzek

 

 

 

 

 

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Volker Pannen:

 

 

 

Sehr geehrter Herr Werner, liebe Fahrradfreundinnen und –freunde,

 

 

 

als begeisterter Radfahrer möchte ich auch das Radfahren in der Grafschaft stärken, wenn ich den Erhalt unserer Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt meiner Wahlkampagne stelle und mich damit für die Zukunft festlege. Der Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz ist dabei nur ein Aspekt. Die ganz individuelle Gesundheitsvorsorge kommt hinzu und wird für die meisten von uns ebenfalls ausschlaggebend sein, wenn wir das Fahrrad alltäglich anderen Verkehrsmitteln vorziehen.

 

 

 

Jedoch: Bislang denken, lenken, unterstützen und bewerten wir Verkehrsströme sogar innerörtlich vor allem aus der Perspektive der Autofahrerin und des Autofahrers. Künftig sollte insoweit für mich konsequent das Interesse „schwächerer“ VerkehrsteilnehmerInnen im Vordergrund stehen. Nur dann würden sich beispielsweise endlich auch bei uns spezielle Ampelschaltungen oder Aufstellflächen für Radfahrende durchsetzen.

 

 

 

Vor allem Chancen sind für uns schließlich mit dem Erfolg von Elektrofahrrädern verbunden. Hier gälte es für mich, unter anderem noch mehr Unternehmen zur Teilnahme an Job-Bike-Projekten zu bewegen. Daneben würden eine Fokussierung auf den Radtourismus, das Stadtradeln sowie spezielle Rad-(Sport-)Veranstaltungen das Fahrrad in der öffentlichen Wahrnehmung weiter stärken. Grundlegend wären dafür aber größere und durch den Landkreis koordinierte Investitionen, unter anderem in die Wegeinfrastruktur. Radschnellwege nach niederländischem Vorbild etwa würden uns auch längere Distanzen zukünftig mit dem Fahrrad bewältigen lassen.

 

 

 

Für einen persönlichen Meinungsaustausch stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Ihr

 

 

 

Volker Pannen

 

 

 

 

 

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Für die Position des Bürgermeisters in Nordhorn

 

 

 

Christoph Meier: 

 

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer, liebe Nutzer der Nordhorner Radwege,

 

es ist unsere Zukunft und wir müssen dringend überdenken, wie wir unsere Umwelt schützen können. Dafür müssen wir die Menschen mobilisieren, mehr und mehr auf das Fahrrad umzusteigen. Wenn Radfahrer aber auch PKW-Nutzer gemeinsam im Straßenverkehr unterwegs sind, dann gilt es, beiden Positionen Gehör zu verschaffen. Mein Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen beiden Parteien zu schaffen damit man auf Augenhöhe mit dem Verkehrspartner unterwegs sein kann. Die Stärkung der Radfahrer, durch Fahrradstraße, bevorteilte Ampelschaltungen und weitere sinnvoll durchdachte Maßnahmen, gilt es nach vorne zu bringen, damit es sich lohnt, das Auto stehen zu lassen. Aber auch die Einbindung des ÖPNV ist hierbei ein wichtiger Faktor bei der Erreichbarkeit der Stadt Nordhorn. Der Ausbau und die Sanierung von Radwegen müssen oben auf der Tagesordnung stehen und ein fester Bestandteil im Nordhorner Haushalt sein. Ebenso könnte man über die Schaffung von Pendlerparkplätzen im Randbereich inkl. Fahrradparkhaus nachdenken um einen Anreiz zu schaffen, wenn man mit dem Auto Nordhorn erreichen muss, den letzten Teil der Strecke mit dem Fahrrad zu absolvieren: So wird der Innenstadtverkehr verringert.

 

Als Stadt haben wir allerdings auch die wichtige Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger zu informieren aber diesen auch Regeln aufzuzeigen. Die richtige Nutzung der Radwege und Kreisverkehren, die Erziehung in Kindergärten und Schulen sowie die Schaffung einer transparenten Informationspolitik sind wichtige Bestandteile für meine/unsere „Fahrradstadt Nordhorn“.

 

Herzliche Grüße

 

Christoph Meier

 

 

 

Thomas Berling:

 

Liebe Mitglieder des ADFC Grafschaft Bentheim,

 

 

 

gerne stelle ich Ihnen meine Ziele zur Radverkehrspolitik in Nordhorn vor.  

 

Auch in Zukunft möchte ich mich für eine offensive Fahrradpolitik einsetzen. Als begeisterter Radfahrer und ADFC-Mitglied erledige ich einen Großteil meiner privaten und dienstlichen Fahrten mit dem Fahrrad.  

 

2017 wurde das Radverkehrskonzept für die Stadt Nordhorn erstellt, die darin beschriebenen Maßnahmen zur Radverkehrsförderung sind schrittweise umzusetzen. Ich habe den Ansporn, dass der Anteil des Radverkehrs von 39% am Modal Split weiter gesteigert wird. Die Rolle des Fahrrads ist für den Klimaschutz und die Verkehrswende von großer Bedeutung. Die ADFC-Kampagne „Mehr Platz fürs Rad“ setzt genau die richtigen Schwerpunkte!  

 

Auch wenn Nordhorn als Fahrradstadt regelmäßig gute Bewertungen bekommt, sind kontinuierlich Investitionen in eine Verbesserung der Sicherheit und Optimierung der Infrastruktur zwingend. Die Entwicklung eines Nordhorner Radwege-Komfortnetzes, auch „grünes Netz“ genannt mit hohen Ausbaustandards oder der Bau von Fahrradabstellplätzen- und anlagen u.a. an Bahn- und Bushaltestellen gehören zu den wichtigen Zielen. Mit der Reaktivierung des Schienenpersonenverkehrs ist die Steigerung des ÖPNV- und Bikes&Ride- Anteils anzustreben auch mit Hilfe des Fahrrades als Zubringer. Optimierungen für Radfahrer an Kreuzungen und Lichtsignalanlagen, Erneuerungen von Oberflächen und Optimierungen am touristischen Radwegenetz sind Beispiele der Aufgaben der nächsten Jahre.  

 

Wir dürfen uns nicht auf die Erfolge ausruhen, sondern müssen Vorreiter der Radverkehrsförderung sein! Die konsequente Radverkehrsförderung ist in Nordhorn von großer Bedeutung. Ich setze auch weiterhin auf Ihre Mithilfe und gute Zusammenarbeit mit dem ADFC als Interessenvertretung der Radfahrer!  

 

Thomas Berling, 05.05.2019

 

Radverkehrskonzept der Stadt Nordhorn: https://www.nordhorn.de/portal/seiten/radverkehrskonzept-900000206-26710.html

 

 

 

 Etwas verspätet antwortete Andre Mülstegen:

 

 

"Anbei ein Auszug aus meinem Mobilitätskonzept:

 

Das Bedürfnis nach Mobilität bleibt – die Mobilität ändert sich. Neue Formen der Mobilität wie Carsharing etablieren sich, ÖPNV und SPNV erfahren stärkere Nachfrage und auch das klassische – für Nordhorn typische – Radfahren bekommt durch die E-Mobilität neue Impulse. Diesen Veränderungen gilt es Rechnung zu tragen. Von daher schlage ich ein ganzheitliches Verkehrskonzept für Nordhorn vor, das folgende Eckpunkte enthalten wird: Es ist...

 

-       ökologisch: Förderung von alternativen Antriebsarten wie Elektromotoren, Einrichtung von Radschnellwegen, Fahrradstraßen und Ladestationen,

 

-       ökonomisch: der beste Verkehr ist fließender Verkehr. Alle Verkehrsarten sollen miteinander die Verkehrswege der Stadt teilen und sich ergänzen,

 

Ich möchte:

 

-       Für den Bahnhof Nordhorn – als neuen zentralen Knotenpunkt der innerstädtischen Mobilität – ein in sich schlüssiges Verkehrskonzept entwickeln, dass die Bereiche und Verflechtungen mit der Innenstadt Zukunft gerecht berücksichtigt. Konkret beabsichtige ich, Mietradmöglichkeiten am neuen Bahnhof Nordhorn anzubieten und mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren zu können;

 

-       vermehrten Mitteleinsatz für die Sanierung von Straßen und Fahrradwegen erreichen.

 

Nordhorn ist in Sachen Radverkehr auf einem guten Weg. Es gilt, vorhandene Strecken in Stand zu halten bzw. bedarfsgerecht zu modernisieren. Hierzu verfügt die Stadt über eine Klimaschutzmanagerin Mobilität, die in diesem Bereich viele Ideen hat und umsetzen wird. Ich möchte das Radverkehrskonzept mit seinen vielen Punkten umsetzen, um Nordhorn Zukunft gerecht aufzustellen"

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen, Andre Mülstegen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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