Die ADFC Klimabefragung in der Grafschaft Bentheim -

 

Bereits im ersten Monat beteiligten sich 337 Radfahrer an der ADFC Klimabefragung in der Grafschaft Bentheim.

Seit dem 01.09. läuft die Umfrage zum großen ADFC-Fahrradklima-Test 2020. Der Fahrradclub ADFC ruft gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium wieder hunderttausende Radfahrerinnen und Radfahrer dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden zu bewerten. Der Test hilft, Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung zu erkennen. In diesem Jahr ist das Radfahren in Zeiten von Corona das Schwerpunktthema.

Aus Nordhorn und Bad Bentheim sind online schon mehr als die erforderliche Mindestanzahl an Bewertungen eingetroffen. Wir hoffen jetzt, dass sich auch die Bürger aus den anderen Städten und Gemeinden an dieser Befragung beteiligen, wünscht sich Burkhard Werner vom Vorstand des Grafschafter ADFC. Mindestens 50 Einzelergebnisse aus einer Gemeinde sind erforderlich, damit eine individuelle Auswertung möglich ist. Dabei dauert die Befragung nur wenige Minuten und richtet sich nicht nur an ADFC Mitglieder, sondern an alle Menschen, die ihre Meinung über das „Klima für Radfahrer” abgeben wollen. Auch jüngere Menschen unter 18 Jahre können an dieser Befragung teilnehmen und beispielsweise Aussagen zu ihrem Schulweg in die Bewertung einfließen lassen. Neben allgemeinen Aussagen können unter www.fahrradklima-test.adfc.de auch konkrete Wünsche oder Anregungen in der jeweiligen Region benannt werden.

Aktuell liegen folgende Teilnehmerzahlen vor: Bad Bentheim(57), Emlichheim(9), Neuenhaus(28), Nordhorn(185), Schüttorf(18), Uelsen(17), Wietmarschen(12). Aussagen aus den Gemeinden in denen jeweils 50 Einzelergebnisse vorliegen, werden einzeln ausgewertet und in einem bundesweiten Schulnotenranking verglichen. Ergebnisse aus Gemeinden mit weniger Stimmen fließen dann lediglich in das Gesamtergebnis ein.

Dabei sind diese Aussagen für die einzelnen Gemeinden und politischen Gremien und Parteien besonders aussagefähig, da sie etwas über die Zufriedenheit der einzelnen Bürger mit der Fahrradinfrastruktur in den jeweiligen Gemeinden aussagt und Möglichkeiten für die politische Arbeit bieten.

 

Die Ergebnisse der letzten Klimabefragung im Herbst 2018:

Nach Darstellung des Entwicklers der Befragung stammen die Ergebnisse nur zu 15 Prozent von ADFC Mitgliedern. Über 80 Prozent sind sogenannte „Vielfahrer„,  quasi die “Radprofis” im Straßenverkehr. Auch besitzen 75 Prozent einen Führerschein und sind dadurch geschulte Verkehrsteilnehmer. Insofern ist das Ergebnis aussagefähig und gut verwertbar über die aktuelle Situation als Fahrradfahrer.

Das Gesamtergebnis in Nordhorn mit 2,6 in Schulnoten macht sehr zufrieden, vor allem wenn man es mit den anderen Städten vergleicht. Nordhorn rangiert auf dem 2 Platz von 106 Städten in der Stadtgrößenklasse

Besonders positiv fiel auf:

  • der gute Winterdienst auf Radwegen,
  • ein hohes Sicherheitsgefühl und
  • die Werbung für das Radfahren
  • Dagegen schlug negativ zu Buche:
  • häufiger Fahrraddiebstahl,
  • nur wenige Einbahnstraßen sind für Radfahrer geöffnet,
  • kein oder geringes Angebot öffentlicher Leihräder.

Bad Bentheim hat mit der Schulnote 3,3, den 23. Platz von 186 Städten erreicht. Während Nordhorn sich in der Schulnote nicht verschlechterte, sackte Bad Bentheim von 2,9 auf 3,3 ab. In nahezu allen Befragungswerten verschlechterte sich die Burgstadt deutlich.

Positiv wurde bewertet:

  • Werbung für das Radfahren,
  • viele Einbahnstraßen sind für Radfahrer geöffnet und
  • ein gutes Angebot öffentlicher Leihräder.
  • Negativ war:
  • die schlechte Erreichbarkeit des Stadtzentrums,
  • häufige Hindernisse auf Radwegen und
  • holprige und unebene Radwege.

Schade, dass nur Ergebnisse aus Nordhorn und Bad Bentheim in die Einzelwertung gekommen sind. Dabei wird auch in den anderen Städten und Gemeinden das Fahrrad sehr stark genutzt. In allen anderen Städten im Kreisgebiet erreichten die Teilnehmer nicht die Mindestzahl an abgegeben Bewertungen.

In Nordhorn hat sich mit 182 Teilnehmern eine Erhöhung der Beteiligung widergespiegelt. Daher wird der Grafschafter ADFC zukünftig sein Engagement deutlich stärker in den kleinen Städten einbringen.

In welchen Positionen hat sich Nordhorn verschlechtert? Die Führung an Baustellen, die Erreichbarkeit zum Stadtzentrum und ein zügiges Radfahren wurden im letzten Befragungszeitraum schlechter beurteilt.

Viele Befragungsergebnisse drücken ihre positive aber auch negative Bilanz auch sehr deutlich auch in den sogenannten Freifeldkommentaren aus.
Es zeigt aber auch, mit welchen Umständen die Grafschafter Radfahrer unzufrieden sind. Die Einzelbewertungen:

  • Kritische Punkt waren:
  • schlechte Ampelschaltungen an verschiedenen Kreuzungen,
  • schlechte Wegstrecken an vielen Stellen.
  • Unsicherheit auf dem Gildehauser Weg,
  • Situation vor Marktkauf,
  • aber auch viele positive Aussagen in den Freitextfeldern zur Radsituation in Nordhorn.

Dabei hat Nordhorn mit dem Radverkehrskonzept ein schlüssiges und vorzeigbares Konzept verabschiedet, um ein positives Fahrradklima in naher Zukunft weiterentwickeln zu können. Der ADFC in der Grafschaft Bentheim würdigt die Anstrengungen der Verwaltung, wie jetzt z. B. auf dem Ootmarsumer weg, an den Fahrradstraßen wie der von-Delden-Str. etc. und wünscht sich, das durch die politischen Gremien die Radpolitik in gleicher Weise fortgesetzt wird.
 

 

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